Neue Wege

 

Geh‘ mit mir, geh‘ an meiner Seite.

Geh‘ mit mir, solang‘ wie du magst.

Du und ich, zwei Herzen in der Weite,

und jedes frei für sich und unverzagt.

 

Komm, flieg mit mir mit uns‘ren neuen Flügeln.

Wir spannen das Gefieder auf,  und los!

Im Sturzflug rauf und runter zu den Hügeln,

zwei alte Turteltauben - so famos!

Der Käfig ist längst auf komm, wir fliegen fort,

und bauen uns ein neues, warmes Nest.

Wir hielten viel zu lang ein unhaltbares Wort

und auch an vielen alten Zöpfen fest.

 

Geh‘ mit mir, geh‘ an meiner Seite.

Geh‘ mit mir, solang‘ wie du magst.

Du und ich, zwei Herzen in der Weite,

und jedes frei für sich und unverzagt.

 

Wir stehen an dem Tor zu neuen Sphären.

Die Saat ist längst im neuen Feld bestellt.

Wir ernten wieder, jetzt ganz neue Ähren,

die unser Herz ernähr’n in neuer Welt.

Wir sind auf uns’rem Weg ohne Wiederkehr,

wir hatten uns im alten Sumpf verlor’n.

Doch neues Licht am Horizont scheint zu uns her.

Und das Gefühl für uns ist neu gebor’n.

 

Geh‘ mit mir, geh‘ an meiner Seite.

Geh‘ mit mir, solang‘ wie du magst.

Du und ich, zwei Herzen in der Weite,

und jedes frei für sich und unverzagt.

 

Auf uns’rem neuen Weg gibt’s kein Zurück mehr.

Die Reise geht nach vorn ins helle Licht.

Und niemand hält dich fest, nichts klammert an dir.

Du bist ganz frei, selbst ich, ich halt‘ dich nicht.

Denn wenn du deinen Weg alleine gehen willst,

auf deiner Suche nach dem neuen Glück.

Wenn du ganz achtsam deine Sehnsucht stillst,

dann halt ich dich ganz sicher nicht zurück.

 

Vög‘lein flieg‘, flieg auf neuen Wegen,

breite dein Gefieder weit aus.

Nimm dein Herz ganz fest in deine Hände,

geh‘ nur noch deinen  Weg und lauf.

 

© Rüdiger Kirsch