Meine Insel                                                          

 

Wo die Liebe nichts fordert, nichts will,

wo mein Herz alle  Freiheiten hat,

wo Gedankengespenster sich im Nichts verlier’n,

wo  das Kind in mir sich den  Erwachsenen packt

und mit großen Kinderaugen zeigt,

wie man noch über Wunder staunt.

An diesem Ort, da steht mein Haus,

für mich auf Fels erbaut.

 

Nur dort fühl ich mich ganz zu Haus – nur da gehöre ich hin!

Denn da ist meine Insel, auf der ich geborgen bin.

 

Wo die Liebe den Hass niederringt,

wo’s kein‘ Neid gibt und keine Gewalt,

wo die Menschen noch Gönner und nicht Herrscher sind,

wo noch Herzen regieren, dort wird mir nie kalt.

Und verfolgte Menschenseelen

jeden Schutz finden, den es braucht.

Ich will nur da zu Hause sein,

wo das Feuer der Liebe raucht.

 

Nur dort fühl ich mich ganz zu Haus – nur da gehöre ich hin!

Denn da ist meine Insel, auf der ich geborgen bin.

 

Wo noch echte Aufrichtigkeit wohnt,

wo noch Gut über das Schlechte siegt,

wo der Mensch wirklich lebt und sich von Herzen freut,

wo ein Kind dir noch herzlich in deinen Arm fliegt,

wo Vertrauen und Nächstenliebe

keine leeren Worthülsen sind –

willst du das auch, dann komm einfach mit,

und wir werden noch einmal zum Kind.

 

Nur dort fühl ich mich ganz zu Haus – nur da gehöre ich hin!

Denn da ist meine Insel, auf der ich geborgen bin.

 

© Rüdiger Kirsch