Ab jetzt und hier

 

Du sagst: Ja, doch so meinst du‘s nicht.

Du sprichst von Finsternis, doch meinst du das Licht.

Du sprichst von Wärme, doch eiskalt bist du hier.

Mein Gott, wie graust es mich vor dir!

Du sprichst von Geben – doch nehmen ist dein Ziel,

sprichst von der Nähe und hältst davon nicht viel.

Du gehst nach rechts, doch links liegt dein Weg.

Den Ast hast du dir selbst gesägt!

 

Sieh  endlich ein,

das kann’s  doch nicht sein.

Sei klar und habe eine feste Haltung in dir!

Steh endlich wirklich gerade – ab jetzt und hier.

                

Hör‘ auf zu reden – die Taten sind das Ziel.

Mach lieber weniger, du willst nur viel zu viel.

Schau dich nur um, da ist keiner, der dich hetzt.

Du bist es selbst, der dich verletzt.

Grab keine Löcher, wo kein Boden ist.

Bau dir kein Fundament, wo du im Treibsand bist.

Du brauchst nur dich und Mut und einen Entschluss,

dann kommt das Glück ohne Verdruss.

 

Sieh  endlich ein,

das kann’s  doch nicht sein.

Sei klar und habe eine feste Haltung in dir!

Steh endlich wirklich gerade – ab jetzt und hier.

 

Bleib bei der Wahrheit – es gibt halt nur die eine.

Die Unwahrheit, sie macht nur tierisch müde Beine.

Und tut die Wahrheit auch mal wirklich richtig weh,

sie ist so klar wie ein Bergsee.

Mach‘ nicht mehr Halbes,  mach‘ es nur noch ganz.

Komm aus der Gruft heraus und spring‘ und hüpf‘ beim Tanz.

Leb‘ die Momente, als gäb’s kein Morgen mehr,

und bring die Liebe zu dir her.

 

Sieh  endlich ein,

das kann’s  doch nicht sein.

Sei klar und habe eine feste Haltung in dir!

Steh endlich wirklich gerade – ab jetzt und hier.

 

Geh deine Pfade, geh nicht vor und dann zurück.

Geh‘ einfach gerade, doch gehe Stück für Stück.

Steh für dich ein, und hab dafür den Mut,

dann wird‘s am Ende richtig gut.

Dann wird‘s am Ende richtig gut.

Dann wird‘s am Ende richtig gut.

 

© Rüdiger Kirsch